2022-01-17

Marco Odermatt erobert auch das Lauberhorn im Sturm

Fünf Tage nach dem grossen Sieg in Adelboden gewinnt Marco Odermatt auch am Lauberhorn. Der Nidwaldner beendet den Super-G auf Platz 1, wird Zweiter in der verkürzten Abfahrt und beendet den Abfahrtsklassiker auf Rang 4.

Marco Odermatt erobert auch das Lauberhorn im Sturm

Bisher hat Marco Odermatt – etwas überspitzt formuliert – einfach nur gewusst, dass es im Berner Oberland ein Lauberhorn gibt. Dort Ski gefahren ist er nie. Schon gar nicht mit einer Startnummer an Brust und Rücken. Und dann kommt das „Lauberhorn-Greenhorn“ aus Nidwalden und gewinnt einen Super-G, der nach 28 Jahren zum ersten Mal wieder auf dieser Piste durchgeführt wird. Dort, wo dann die Journalisten nach einem kurzen Moment des ungläubigen Staunens die Superlative auspacken, fehlen dem Stöckli-Fahrer selbst zuerst die Worte. „Es ist unglaublich“, sagt er. Dann findet er auch einen Ansatz für eine Erklärung: die Voraussetzungen. In Adelboden hätte er Druck verspürt, weil er dieses Rennen unbedingt habe gewinnen und am Chuenisbärgli etwas Grosses erreichen wollen. Nach Wengen hingegen sei er unbelastet gereist. „Wenn ich jene Anspannung gehabt hätte, die ich in Adelboden hatte, dann würde ich nicht alt werden. Es war ganz anders.“

Und mit dieser Grundeinstellung machte sich Marco Odermatt auch an die Abfahrten am Lauberhorn. Zuerst an die verkürzte Variante und dann an die längste Abfahrt des Weltcups. Und wieder fährt er auf das Podest. Im kurz vor dem Hundschopf gestarteten Rennen ist am Ende nur Aleksander Aamodt Kilde schneller. „Ich lerne relativ schnell und habe routinierte Kumpels, die mir geholfen haben. Das Material passt und wenns läuft, dann gelingen dir halt auch ohne Erfahrung solche Passagen wie das Brüggli-S“, sagt Odermatt im Ziel. Und dann noch das: „Ich bin heute so locker gefahren wie schon seit zwei Jahren nicht mehr.“ Und das am Lauberhorn!

Und durch diesen 2. Platz hinter Aleksander Aamodt Kilde hievt sich Stöckli-Fahrer Odermatt am Freitag auch in den erweiterten Kreis der Sieganwärter für das Rennen auf der klassischen, 4480 Meter langen Lauberhorn-Abfahrt vom Samstag. Wo andere beim ersten rennmässigen Befahren mehrere Sekunden auf den routinierten Sieger einbüssen, verliert Odermatt am Samstag 0,46 Sekunden und wird Vierter. Ausgepumpt, wie viele seiner routinierten Mitstreiter auch, ist Odermatt froh, dass das Wengen-Wochenende vorbei ist. Mit 1093 Punkten führt er die Weltcup-Gesamtwertung an. Umgerechnet heisst das, dass er pro Rennen – 15 hat er bestritten – 71,666 Punkte gewonnen hat. Die nächste Herausforderung heisst Kitzbühel. Und Odermatt sagt etwas, was seine Konkurrenz aufhorchen lässt. „In Kitzbühel bin ich in den letzten Jahren schon gefahren – dort erwarte ich von mir schon etwas.“ Holla, die Waldfee müssen sich da Kilde und Co denken. 2021 wurde Odermatt im österreichischen Nobel-Skiort Zweiter im Super-G und Zehnter in der Abfahrt… Was passiert 2022?

Mit Martin Cater hat in den Speed-Rennen von Wengen noch ein zweiter Stöckli-Fahrer eine sehr beachtliche Visitenkarte abgegeben. Der Slowene, der schon in der Vergangenheit in Wengen immer mal wieder überzeugen konnte, verlässt das Berner Oberland mit den Abfahrtsrängen 10 und 6 Richtung Kitzbühel.

Auch Vivianne Härri ist längst in der Wettkampfsaison angekommen. Nach dem Gewinn ihrer ersten Weltcup-Punkte vor einer Woche in Kranjska Gora doppelte die Obwaldnerin in Frankreich nach. Zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere fuhr sie im Europacup auf einen Podestplatz. Bei den Riesenslaloms von Orcieres-Merlette (FRA) wurde sie Dritte und Achte.

In Nakiska (CAN) standen die weltbesten Skicrosserinnen und -crosser im Einsatz. Wie immer äusserst verlässlich unterwegs war in Übersee Fanny Smith. Auch wenn ihr mit der Schwedin Sandra Naeslund derzeit eine Seriensiegerin immer etwas vor der Sonne steht, darf sie mit den Weltcup-Podestplätzen 62 (2. Platz am Freitag) und 63 (3. Platz am Samstag) zufrieden sein. Und weil Marielle Thompson (CAN) am Samstag eine Position vor Smith über die Ziellinie gefahren ist, sind bei der Siegerehrung gleich zwei Paar Stöckli-Ski in den kanadischen Himmel gereckt worden.

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