2021-11-17

Die erfahrene Teamplayerin

Die Handgriffe sitzen und die Abläufe funktionieren reibungslos, wenn Schicht für Schicht ein neuer Ski entsteht. Keine Überraschung, denn kaum jemand hat so viel Erfahrung in Sachen Ski zusammenstellen wie sie: Lydia Bucher, seit 18 Jahren Mitarbeiterin in der Abteilung Zusammenstellen.

Die erfahrene Teamplayerin

Ihr Arbeitsplatz sieht im Grunde aus wie eine klassische Werkbank. Eine kleine Schleifmaschine, ein Hammer und ein Meissel, eine Schere, ein Besen sowie zahlreiche Klammern liegen bereit. Hinten aufgereiht auf sechs Etagen sind die verschiedenen Materialien, die Lydia für das Zusammenstellen des Skis benötigt. Heute auf dem Programm: der Laser AR und der Laser GS FIS. In einer Arbeitsschicht werden von einer Person meistens zwei verschiedene Modelle zusammengestellt. «In einer Presse haben immer zwei Skis Platz und so können wir diesen möglichst optimal ausnutzen» so Lydia.

Zusammenstellen. Das bedeutet in einer sogenannten «Kassette» die einzelnen Materialien des Skis aufeinanderlegen und befestigen. Belag, Fiberglas und Aluminium, dann kommt der Holzkern. Dann nochmals dieselben Schichten und am Schluss das Deckblatt. Manchmal muss noch etwas zugeschnitten oder geschliffen werden, damit die Form dann auch perfekt passt. Dies alles von Hand und immer nur ein Ski auf einmal. «Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach» beginnt Lydia zu erklären. «Was unterhalb des Kerns ist, kommt auch oberhalb hin, in der gleichen Reihenfolge.» Ganz so simpel ist es dann aber doch nicht. Es sind zwar durchschnittlich etwa zehn Schichten und noch einige paar Arbeitsschritte pro Modell, doch zwischen den Modellen bestehen kleine, aber feine Unterschiede. Da den Überblick zu behalten ist nicht ganz einfach. Doch Lydia kennt die Ski, kennt deren Aufbau, weiss worauf es ankommt. Ein neuer Aufbau hat sie dank ihrer Erfahrung innert kurzer Zeit wieder einstudiert.

Am liebsten stellt Lydia die Laser-Modelle zusammen. «Das sind unsere Klassiker, da hat man eine Routine und es läuft einfach.» Anders ist es bei den Stormrider-Modellen. Hier kommen in jeder Kollektion wieder neue Formen oder sonstige technologische Neuerungen. Und auch die FIS-Modelle stellen jeweils eine Herausforderung dar, weil bei diesen Skis noch zusätzliche Schichten oder sonst spezielle Teile verbaut werden. «Da muss man schon Umdenken und aufpassen, dass nichts vergessen geht und man alles richtig zusammensetzt.» Etwas mehr als 20 Minuten hat sie Zeit, um vier Skis zusammenzustellen. Denn solange verbringen in die Ski in der Presse, bei 140 Grad mit einem Druck von rund 40 Tonnen. Gesamthaft stellt sie 36 Paar Ski an einem Tag zusammen. «Das ist nicht super stressig» meint Lydia, doch Raum für Fehler besteht kaum.

Ein geschultes Auge sei das wichtigste, um Fehler zu verhindern. Und das hat Lydia nach mittlerweile fast 20 Jahren Erfahrung im Zusammenstellen von Ski definitiv. «Klar, Fehler können immer passieren. Nach all den Jahren merke ich aber schnell, wenn etwas nicht stimmt oder passt und das ist wirklich wichtig.». Denn ist alles erst mal in der Presse, ist es zu spät. Die Ski, die dann rauskommen, sind unbrauchbar. «Das möchte ich auf jeden Fall verhindern.»

Mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung steht Lydia auch ihren Kolleginnen und Kollegen zur Seite, gibt gerne Tipps oder Erklärungen. Doch dies ist nicht immer einfach, denn beim Zusammenstellen arbeiten nie alle genau gleich. «Insgesamt 15 Mitarbeiter arbeiten in dieser Abteilung. Die meisten entwickeln über die Zeit ihre eigenen Techniken oder Handgriffe, welche ebenfalls funktionieren.» So kann schliesslich jeder von jedem etwas lernen. Diesen Teamgeist, den Zusammenhalt und den lockeren Umgang untereinander mag Lydia an ihrem Job besonders.

Obwohl Lydia also bereits ihr halbes Berufsleben damit verbracht hat, Ski zusammenzubauen, fährt sie selbst gar kein Ski. «Ich habe das irgendwie nie gelernt.» Das heisst aber nicht, dass sie keine Begeisterung für den Skisport hegt. Im Gegenteil. «Ich bin ein riesiger Fan unserer Athleten und verfolge die Weltcup-Rennen wann immer möglich im Fernsehen.» Eine gehörige Portion Nervosität gehört ebenfalls dazu, wenn ein Stöckli-Fahrer am Start steht. «Das hören dann jeweils auch meine Nachbarn» meint Lydia lachend.

Es ist diese Leidenschaft für den Skisport, sei es aktiv auf der Piste oder einfach vor dem Fernseher, welche alle bei Stöckli verbindet. «Ob man will oder nicht, wer hier arbeitet, wird früher oder später mit dem Stöckli-Fieber infiziert.» Und so bedeutet Stöckli für Lydia doch mehr als nur Ski zusammenzustellen. Sie spricht in erster Linie von Stolz. Stolz auf die tollen Produkte, Stolz auf die Erfolge der Athleten, Stolz wenn im Freundeskreis oder in der Familie über Stöckli gesprochen wird. Und so werden es die Nachbarn von Lydia wohl auch in diesem Winter wieder mitbekommen, wenn die Stöckli-Athleten auf der Jagd nach Bestzeiten sind.

 

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