2024-01-23

Die virtuelle «To-do-Liste» von Marco Odermatt

Marco Odermatt hat erneut erfolgreiche Tage hinter sich. Dem ersten Sieg in einer Weltcup-Abfahrt liess er im Berner Oberland sofort den zweiten folgen und in Kitzbühel holte er sich zwei «tierische Gefährten».

Die virtuelle «To-do-Liste» von Marco Odermatt

Nach Adelboden ist, der Weltcup-Tradition folgend, vor den Speed-Rennen in Wengen und Kitzbühel. So war es auch heuer und so war es auch für Marco Odermatt. Der Riesenslalom von Adelboden war Odermatts neuntes Weltcup-Rennen des Winters und sein fünfter Sieg. Heute, also nach dem Kitzbühel-Wochenende, hat der Nidwaldner 14 Weltcup-Rennen in den Beinen und sieben Siege sowie sechs weitere Podestplätze im Leistungsausweis stehen. 

Aber der Reihe nach. Immer wieder ist Abfahrtsweltmeister Marco Odermatt darauf angesprochen worden, dass er im Weltcup zwar elf Podestplätze in Abfahrten erreicht, aber keinen Sieg am Konto stehen habe. Dafür, dass diese Bemerkung nicht mehr fällt, sorgte er am 11. Januar (Donnerstag) mit dem Sieg auf der verkürzten Strecke am Lauberhorn. «Ich wollte diesen ersten Sieg. Dass das hier passiert ist, ist perfekt. Ich habe Vollgas gegeben und viel riskiert beim Brüggli-S – und alles perfekt getroffen», sagte er. Damit wurde Odermatt zum einzigen Schweizer Skirennfahrer, der sowohl den Riesenslalom von Adelboden und die Abfahrt von Wengen hat gewinnen können. International haben das Aksel Lund Svindal (NOR), Hermann Maier (AUT), Marc Girardelli (LUX) und Karl Schranz (AUT) geschafft. Den «Doppelsieg» im selben Jahr bewerkstelligt haben Odermatt (2024), Hermann Maier (1998) und Marc Girardelli (1989). 

Aber Odermatt machte kein Geheimnis daraus, dass die «richtige» Lauberhorn-Abfahrt am Samstag für ihn die grössere Bedeutung habe. «Odi» konnte auch dieses Rennen gewinnen. Und das in beeindruckender Art und Weise. «Besser hätte ich nicht fahren können», sagte er in Interviews. Sogar das Wort «Traumlauf» verwendete Odermatt. Zurecht. «Ich war überall am Limit, und ich hatte genügend Power, alles durchzuziehen. Im Ziel habe ich gewusst, dass diese Zeit nur schwer zu schlagen sein wird.» Und da hatte Odermatt vollkommen recht, denn die Konkurrenz zollte ihm uneingeschränkt Lob und Anerkennung und rätselte, wie der Nidwaldner denn zu schlagen sein könnte. Wenn Odermatts Plan für ein Rennen aufgeht, dann ist diese Aufgabe für die Herausforderer schwierig. Am Lauberhorn konnte der 26-Jährige seinen Plan umsetzen, erwischte die Schlüsselstellen perfekt, war im Brüggli-S so schnell wie kein anderer und konnte seine Fahrt bis zur Ziellinie durchziehen. Und er hatte perfekt abgestimmtes Material an den Füssen. 

Mit diesen zwei Siegen reiste Odermatt als Favorit nach Kitzbühel. Und er wollte auch dort den Sieg. Gegenüber einigen Medien sprach er von einer «To-do-Liste», auf welcher der Lauberhorn-Sieg nun gestrichen werden könne, Kitzbühel aber noch draufstehen würde. Diese Liste, wenn auch nur virtuell und nicht auf Papier vorhanden, ist Stand heute noch nicht abgearbeitet. Olympiasieg, Weltmeistertitel, Lauberhorn gewonnen – alles erreicht. Der Kitzbühel-Sieg fehlt Marco Odermatt aber vorerst noch, weil in beiden Abfahrten auf der Streif andere etwas schneller gewesen sind. Dennoch konnte der Nidwaldner aus der Gamsstadt zwei der begehrten Gams-Trophäen, viele Weltcup-Punkte und die Motivation, den Sieg vielleicht 2025 zu schaffen, mitnehmen. 

Mit Alexis Monney hat in Kitzbühel ein weiterer unserer Athleten überzeugt und deutlich gemacht, dass das Stöckli-Material nicht nur unter Marco Odermatts Sohlen funktioniert. In der klassischen Hahnenkamm-Abfahrt fuhr Monney auf den 8. Platz und auf www.blick.ch wurde der Fribourger wie folgt zitiert: «Selbst dann, wenn mir ein anderer Ausrüster einen 20-Millionen-Vertrag anbieten würde, würde ich bei Stöckli bleiben. Ich liebe die Zusammenarbeit mit dieser Firma.» 

 Sieg für Jonas Lenherr in Kanada 

Gründe zur Freude gibt es auch im Skicross. In Nakiska (Kanada) sind am Wochenende je zwei Rennen für die Männer und die Frauen ausgetragen worden. Jonas Lenherr, der auf den grünen «Stöckli-Raketen» unterwegs ist, durfte sich am Sonntag über seinen fünften Weltcup-Sieg freuen. »Das war heute wirklich ein super Rennen, auch wenn ich am Start jeweils nicht perfekt weggekommen bin. Ich hatte top-Material an den Füssen und im Final die gute Linie gefunden, um attackieren zu können», sagte der Ostschweizer. Spitzenresultate gab es in Nakiska – eine Woche vor den Rennen in St. Moritz – auch für die Kanadierin Marielle Thompson (Zweite und Fünfte), für Talina Gantenbein (Fünfte und Elfte), für India Sherret (zwei Mal Sechste) und für Margaux Dumont (Elfte und Zwölfte).  

Danke, Vivianne Härri 
Mitte der letzten Woche hat die 24 Jahre alte Obwaldnerin Vivianne Härri das Ende ihrer Karriere als Skirennfahrerin bekannt gegeben. Nach 22 Weltcup- und 63 Europacup-Rennen habe sie etwas das Feuer für den Rennsport, nicht aber für den Skisport verloren. Das Stöckli-Team dankt Vivianne für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und wünscht ihr beim Tourismusmanagement-Studium viel Erfolg und dann viel Freude an einem neuen beruflichen Kapitel. 

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