2024-01-09

Das Chuenisbärgli – Marco Odermatts Wohlfühl-Oase

«Das Chuenisbärgli hat einen neuen König» liess der Speaker an der Siegerehrung nach dem Rennen verlauten. Einwände gab es keine – nicht von den Zuschauern und auch nicht von den Konkurrenten. Marco Odermatt hat sich diesen Titel mit dem dritten Adelboden-Sieg in Folge wahrlich verdient.

Das Chuenisbärgli – Marco Odermatts Wohlfühl-Oase

Wie ein König in seinem Palast fühlt sich auch Marco Odermatt am Chuenisbärgli, notabene eine der schwierigsten Riesenslalom-Strecken im Weltcup, sichtlich wohl. Auch wenn es rumpelt und schlägt, auch wenn – wie am Samstag – der Nebel die Sicht beeinträchtigt.  

Marco Odermatt hat das Sportjahr 2024 so begonnen, wie er es schon 2022 und 2023 getan hatte: mit einem Sieg beim Riesenslalom von Adelboden. Der jüngste Erfolg war eine Demonstration der Überlegenheit in seiner Paradedisziplin. Obwohl die Strecke wegen des Nebels der von Odermatt gemochten Startsektion «beraubt» und entsprechend verkürzt werden musste, trug der Nidwaldner am Ende den Sieg mit 1,26 Sekunden Vorsprung auf Aleksander Aamodt Kilde davon. Und dabei musste «Odi» nicht einmal Kopf und Kragen riskieren, sondern konnte mit dem Vorsprung aus dem 1. Lauf im 2. Lauf taktisch vorgehen und den Fuss etwas vom Gas nehmen.  

Dass aus dem Jungspund Odermatt in Laufe der letzten Jahre ein routinierter Rennfahrer geworden ist, zeigt sich deutlich an seinen unterschiedlichen Herangehensweisen bei den letzten Heimauftritten in Adelboden. Hatte er 2022 mit der grossen Erwartungshaltung – seiner eigenen und der von aussen – zu kämpfen, so konnte er das Rennen und das Drumherum in den letzten Tagen schon fast geniessen. Was aber nicht etwa heisst, dass er in der Vorbereitung wie auch im Rennen irgendeinen Aspekt vernachlässigt hätte. Die genaue Besichtigung, die Materialfrage – alles mit der gewohnten Akribie. Die Abstimmung des Materials war zwar in diesem Jahr nicht die ganz grosse Herausforderung, weil der Schnee von oben bis unten ähnlich gewesen ist. Die Frage, die sich Marco und seinem Servicemann gestellt hatte, war viel eher die nach der Skilänge. «Weil sich die Piste eher langsam und die Kurssetzung drehend präsentiert hat, haben wir uns damit beschäftigt. Am Ende habe ich mich für das längere Modell entschieden, weil dieses einfach mehr Power hat», gab Odermatt einen kurzen Einblick in einen Teil der Fragen, die ihn unmittelbar vor einem Rennen beschäftigen. 

Für Marco Odermatt geht es nach einem kurzen Abstecher nach Hause nun schon wieder ins Berner Oberland zurück. In Wengen warten am 11. und 13. Januar zwei Abfahrten und dazwischen ein Super-G am Lauberhorn. Dort wird er sich wieder mit Vincent Kriechmayr, Dominik Paris, Mattia Casse, den starken Kanadiern und dem in Adelboden so überzeugend gefahrenen Aleksander Aamodt Kilde zu messen haben. 

Zurbrüggs lange Anreise zum Heim-Rennen 

Ein ganz besonderes Rennen war der Riesenslalom von Adelboden auch für Sandro Zurbrügg. Der Frutiger, der im Normalfall in knapp 20 Minuten von Zuhause unten am Chuenisbärgli stehen kann, hatte für sein Weltcup-Debut auf dieser Strecke eine lange Anreise. Der 21-Jährige reiste via Montreal (CAN) aus den USA ins Berner Oberland. In Burke Mountain (Bundesstaat Vermont) gewann Zurbrügg am 2. und 3. Januar jeweils einen NorAm-Riesenslaom und trat dann, weil die ursprünglich geplant gewesenen Super-G in den USA abgesagt werden mussten, für sein erstes Weltcup-Rennen am Chuenisbärgli die Blitz-Heimreise an. Mit der hohen Startnummer 69 schaffte er beinahe die Überraschung. 15 Hundertstelsekunden fehlten dem Berner Oberländer für die Teilnahme am 2. Lauf. 

Zufrieden sein mit seinem Auftritt in Adelboden darf Rasmus Windingstad. Nachdem der Winter 2023/24 für den Norweger bisher nicht nach Wunsch gelaufen ist, konnte er mit Rang 9 eine starke Antwort auf die beiden Nuller von Alta Badia geben. 

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