2022-05-31

IHR GEHÖRT DAS LETZTE WORT

Nachdem die Ski geschliffen, gepaart und gerichtet sind, geht es nun also ab auf die Skipisten. Könnte man meinen. Doch das stimmt nicht ganz. Bevor es soweit ist, werden die Skis nochmals ein letztes Mal genaustens unter die Lupe genommen, die letzten Arbeitsschritte ausgeführt. Dabei hat sie hier das letzte Wort: Vreni Wobmann, 51 Jahre alt, Teamleiterin in der Endkontrolle.

IHR GEHÖRT DAS LETZTE WORT

Endkontrolle – das bedeutet, alles nochmals genaustens überprüfen. Doch nicht nur das. Die Ski werden hier auch noch fertig veredelt. «Es geht um die letzten Details, die einen Ski erst richtig vollenden, sozusagen» erklärt Vreni. Dazu gehört das Montieren des Schutzes an den Skispitzen, das Bohren der Löcher für die Bindungsmontage oder das Eingravieren der Seriennummern am Skiende. Für alles gibt es einen Spezialisten oder eine Spezialistin. Und das braucht es auch, bei über 300 Paar Ski pro Tag, die hier fertiggestellt werden. 

Anschliessend werden die Ski noch gewachsen und die Kanten imprägniert, bevor sie verpackt werden und bereit sind für die Auslieferung. Und Vreni? Sie packt dort mit an, wo sie gebraucht wird. Vielseitig wie sie ist, kann sie alle Arbeitsschritte auch selbst ausführen. «Das ist wichtig. So kann ich einerseits besser planen, aber auch überall einspringen, falls es mal brennt.» 

Und sie behält stets den Überblick. «Wir dürfen nichts übersehen. Spätestens wenn die Ski die Endkontrolle verlassen, muss alles perfekt sein.» Dabei entgeht Vreni nichts. Auch noch so kleine Unregelmässigkeiten erkennt sie sofort und handelt sogleich. Sei es nur ein minimer Kratzer oder eine Farbe, die nicht ganz so ist, wie sie sein soll. «Dann heisst es nachbessern oder aussortieren, ganz einfach.» Ihr Team besteht aus vier Personen. Zusammen sind sie also dafür verantwortlich, dass nur Ski die Manufaktur verlassen, welche zu 100% den Qualitätsansprüchen von Stöckli entsprechen. 

Das geschulte Auge, das Wissen und die Vielseitigkeit hat Vreni sich in mittlerweile fast 10 Jahren bei Stöckli angeeignet. Begonnen hat aber alles schon viel früher. Vor 30 Jahren, um genau zu sein. Damals hatte sie bereits für ein paar Jahre in der Ski-Manufaktur gearbeitet. AVOR und Siebdruck waren da ihre Spezialgebiete. «Es war sehr spannend, nach all den Jahren wieder zurückzukommen und die Veränderungen zu sehen.» Verändert hat sich in der Zwischenzeit einiges. Die gesamte Manufaktur wurde ausgebaut und modernisiert. Die Abteilung Veredelung mit der Schleiferei, dem Paaren & Richten und der Endkontrolle sind nun in einem separaten Gebäude. Die Produktionsfläche wurde um rund 1’000m2 erweitert. «Für uns ist das super, wir haben Platz und die Wege innerhalb der Abteilung sind dennoch kurz.» 

Trotz breitem Wissen über die Manufaktur und die verschiedenen Skimodelle hat auch jemand wie Vreni nie ausgelernt. Von Zeit zu Zeit macht sie einen Schnuppertag in einer anderen Abteilung. «Das machen alle Teamleiter» so Vreni. Aktuell arbeitet sie also gerade nicht in der Endkontrolle, sondern beim Zusammenstellen. «Ich finde das super, so lernen wir den ganzen Produktionsprozess besser kennen, wissen, worauf es in den anderen Abteilungen ankommt, und können uns so gegenseitig besser unterstützen.»  

Diesen Teamgeist schätzt sie sehr. Besonders innerhalb ihres eigenen Teams, aber auch innerhalb der ganzen Organisation. «Dass alle gemeinsam am gleichen Strick ziehen, ist mir sehr wichtig.» Nur so sei es möglich, ein so tolles und exklusives Produkt herzustellen, ist sich Vreni sicher. Dass Stöckli mittlerweile in der ganzen Welt bekannt ist, macht sie besonders stolz. «Ich erzähle sehr gerne, dass ich hier arbeite. Und das stösst auch immer auf grosses Interesse.» 

Als begeisterte Skifahrerin, überzeugt sie sich auch gerne persönlich von der Qualität ihrer Arbeit. Einerseits auf der Piste, wenn sie vorzugsweise mit dem Laser CX ihre Kurven in den Schnee zieht. Aber auch als leidenschaftliche Fanin an den Skirennen. «Seit 10 Jahren besuche ich die Rennen in Adelboden und Wengen. Die Erfolge, welche wir diese Saison feiern durften, sind phänomenal.»  

Begeisterung für den Skisport. Stolz, ein Teil von Stöckli zu sein. Vreni ist genau die Richtige, um in Sachen Qualität der Stöckli-Ski das letzte Wort zu haben. Sie selbst sieht sich aber viel mehr als letztes Glied in einer Kette von leidenschaftlichen und kompetenten Mitarbeitenden. Und ja, auch das ist Vreni: bodenständig und bescheiden. Mit ein Grund, wieso sie und Stöckli so gut zusammenpassen. 

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