2018-12-03

Ein Podestplatz, ein Brummschädel und viele Erfahrungen

Das Highlight des zweiten Übersee-Wochenendes im Weltcup ist aus Stöckli-Sicht Viktoria Rebensburgs Podestplatz im Super-G von Lake Louise. Ilka Stuhec ist wieder zurück, Urs Kryenbühl im Glück und – abseits des Weltcups – Nils Mani mit Glanzstück.

Ein Podestplatz, ein Brummschädel und viele Erfahrungen

Nach dem Ausscheiden im Riesenslalom von Killington waren auch die Resultate in den beiden Abfahrten von Lake Louise nicht dazu angetan, dass Viktoria Rebensburg in Jubelstimmung verfällt. Mit dem letzten Übersee-Rennen aber hat sich die Situation der Stöckli-Fahrerin aus Bayern so verändert, dass der Rückflug nach Europa von der Grundstimmung her deutlich angenehmer sein wird. Im Super-G von Lake Louise waren nur Mikaela Shiffrin (USA) und Ragnhild Mowinckel (NOR) schneller als die 29-Jährige. „Das war eine gute und solide Fahrt“, meinte Rebensburg zur Leistung, die sie zum sechsten Mal in ihrer Weltcup-Karriere auf ein Super-G-Podest gebracht hatte. „Im oberen Teil war ich sehr gut unterwegs, unten habe ich etwas verloren. Da wäre noch Luft nach oben gewesen.“ Dass sie im Banff-Nationalpark in Kanada gleich mit Startnummer 1 ins Rennen gemusst hatte, sieht Rebensburg locker. Das war aber nicht immer so, wie sie sagt: „Stimmt, früher habe ich die Nummer 1 im Super-G richtig gehasst, langsam aber wird sie zu meiner Lieblingsnummer.“ Das hat Gründe. Sie könne, weil Erfahrungswerte von anderen Fahrerinnen fehlen würden, ohne grosse Informationen von links und rechts losfahren und auf der Piste ihr Ding machen. In Lake Louise hat sie dieses ausgezeichnet gemacht.

Nach mehr als einjähriger Verletzungspause (Kreuzbandriss) hat sich Ilka Stuhec wieder im Weltcup zurückgemeldet. Die Speed-Spezialistin war vor den ersten Trainings nervös und sprach danach davon, „überlebt“ zu haben. Nach den drei Rennen mit ein je einem 6. und 14. Platz in den Abfahrten sowie Rang 10 im Super-G war die Slowenin glücklich darüber, wieder zurück im Geschäft zu sein. „Ich bin froh, wieder Rennen gefahren zu sein. Ich habe zwar keine grossartigen Resultate gemacht, aber die Platzierungen sind immerhin ziemlich gut“, meinte die 28 Jahre alte Abfahrtsweltmeisterin von 2017.

Die weiteren Stöckli-Fahrerinnen, angeführt von Jasmine Flury und Laurenne Ross, blieben in den Rennen von Lake Louise hinter den eigenen Erwartungen zurück. Sie hoffen auf eine Steigerung, wenn dann der Weltcup auf europäischem Schnee fortgesetzt wird.

Die Bilanz der „Stöckli-Männer“ wird vom Sturz des Schweizer Speed-Spezialisten Urs Kryenbühl geprägt. Der Schwyzer, an Tag davor 25. in der Abfahrt von Beaver Creek, blieb im Super-G an einem Tor hängen und stürzte kopfüber auf die Piste. Kryenbühl hatte Glück im Unglück und kam mit einer Hirnerschütterung und einer starken Schienbeinprellung am rechten Bein davon. Aber: „Das linke Knie hat auch etwas abbekommen. Ich werde nach der Rückkehr in die Schweiz ein MRI machen und abklären lassen, ob alles in Ordnung ist“, so Kryenbühl.

Marco Odermatt, auf dem die grössten Hoffnungen im Stöckli-Team geruht haben, holte als 25. in der Abfahrt und 27. des Riesenslaloms von Beaver Creek einige Weltcup-Punkte. „Ich habe gemerkt, dass die Kraft nach drei anstrengenden Wochen in den USA langsam nachlässt. Aber ich habe vieles lernen können und neue Eindrücke gesammelt“, sagte der sechsfache Junioren-Weltmeister im Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

Eine positive Nachricht gibt es auch abseits des Weltcups. Nils Mani, der sich im vergangenen März bei der Weltcup-Abfahrt von Kvitfjell einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden zugezogen hatte, fährt wieder Rennen. In Val Gardena (ITA) hat der Berner Oberländer am Wochenende gleich zwei FIS-Abfahrten gewinnen können. Der 26-Jährige will sich via Europacup wieder an die Elite, also den Weltcup, herankämpfen.

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