2022-11-22

SKI ENTWERFEN UND LIEDER ENTWICKELN ODER DOCH UMGEKEHRT?

Er ist Musiker mit Leib und Seele, offen, kreativ und ein Skifan durch und durch: David Bucher, den alle «Dabu» nennen, schweizweit bekannt mit seiner Band «Dabu Fantastic». Im Gespräch erzählt er, was Lieder komponieren und Ski entwickeln gemeinsam haben, weshalb «on Stage» sein sich fast wie ein Weltcup-Rennen anfühlt und weshalb er nebst Musiker vor allem eines ist: Skifan.

SKI ENTWERFEN UND LIEDER ENTWICKELN ODER DOCH UMGEKEHRT?

«Wenn ich bei einem Auftritt die Bühne betrete, habe ich immer dieses Bild vom Start an einem Skirennen im Kopf», meint Dabu. «Die Scheinwerfer gehen an, es geht los. Dann zählt jede Sekunde, jedes Handeln. Das Adrenalin schiesst durch den Körper, das Herz rast. Fast wie der Skifahrer, wenn er vom Startgate losfährt. Ab dann zählt jedes Detail. Dann gilt: Volle Konzentration, voller Einsatz, Vollgas. Ob dann zwei Minuten wie bei einem Skirennen oder zwei Stunden wie bei einem Konzert spielt keine Rolle mehr, das Zeitgefühl verschwindet völlig. Man ist nur noch im hier und jetzt. Der ganze Fokus liegt dann auf dem, was ich gerade mache. Ich denke nicht über morgen nach oder wo ich anschliessend hin gehe. Ich fokussiere mich auf den Moment, auf das, was ich gerade mache – und das ist meinem Fall einfach ein Konzert spielen.»

Wie ein Skirennfahrer also. Fokussiert, konzentriert, mit den Gedanken voll und ganz bei der Sache. Das ist wichtig, denn: «Ich möchte meinem Publikum das bestmögliche Konzert bieten, eine geniale Show hinlegen. Fehler oder eine fehlende Abstimmung darf es nicht geben.»

Skirennen fahren und Konzerte geben. Das Gleiche? Schon nicht so ganz denkst du jetzt. Das eine auf der Piste, das andere auf der Bühne. Das eine Sport, das andere Singen und so weiter! Ja, alles klar. Aber so unterschiedlich Konzerte und Skirennen auch sind, so viele Gemeinsamkeiten haben sie auch. Und zwar mehr als nur Adrenalin, volle Konzentration und im Hier und Jetzt sein. Denn bei beidem sind kleinste Details, die richtige Abstimmung, das Produkt und das perfekte Setup für den Erfolg mitentscheidend.

Und so liegts auf der Hand, dass der sonst sehr locker scheinende Dabu bei der Entwicklung seiner Lieder gerne zum Perfektionisten wird. Vor allem beim Texten. Schliesslich kommts ja auf die perfekte Abstimmung an. «Das Lied muss stimmig sein, perfekt sein, jedes Detail soll aufeinander abgestimmt sein. Jede Zeile soll exakt gleich viele Silben haben. Es soll sich immer dieselbe Anzahl Silben reimen und so weiter. Da setze ich mich schon mal stundenlang hin, bis wirklich jedes Detail stimmt.»

Und wie es halt so ist, entsteht ein Lied, geschweige denn ein ganzes Album, nicht von heute auf Morgen. Ein Lied ergibt sich aus einer Emotion oder aus einem Erlebnis heraus. «Da ist zuerst auch einiges dabei, was ich erst mal wieder verwerfe und dann vielleicht Jahre später wieder zum Vorschein kommt.» So hat Dabu über die Jahre bereits mehrere Hundert Songs geschrieben, die es wohl nie bis zu einer Veröffentlichung schaffen. Auch für das aktuelle Album «So Easy» waren es zuerst um die 65 Songs, die in die engere Auswahl kamen. Am Ende waren es noch elf. «Schliesslich muss auch ein Album in sich stimmig sein. Es muss einfach alles zusammenpassen.»

Und da wäre wieder die Parallele zum Ski. Am Anfang jeder Skientwicklung steht die Idee, dann verschiedene Tests im Labor, was eignet sich, was eignet sich nicht. Tests auf der Piste. Ski, die funktionieren, Ski, die nicht funktionieren. Verbesserungen, wieder Tests und so weiter bis es dann schlussendlich nur die besten Modelle in die Serienproduktion schaffen – und bei Dabu eben die besten Lieder aufs Album.
Ob Dabu auch deswegen so fasziniert ist von Stöckli? «Mag sein» meint er. «Man merkt schon, dass bei Stöckli viel Wert auf die Details gelegt wird, das gefällt mir.»

Und bei allen Gemeinsamkeiten kommt hinzu: Dabu ist ein echter Skifan. Sein Lieblingsski? Der Laser SX. «Das war der erste Stöckli-Ski, mit dem ich gefahren bin und der passt einfach super zu meinem Fahrstil.» Dabu verbringt im Winter viel Zeit in den Bergen, verfolgt wann immer möglich die Skirennen im Fernsehen. «Ich geniesse die Zeit auf der Piste, weil ich da vollkommen abschalten kann. Ich bin nur auf mich und meine Fähigkeiten konzentriert.» Fast wie bei einem Auftritt also. Oder eben der Skifahrer bei einem Rennen. Und: «Ich mag die kurzen Gespräche auf dem Skilift.» Mit Freunden oder auch mit völlig fremden Leuten. «Manchmal kann man ein Gespräch bei der nächsten Bergfahrt fortführen und manchmal ist man auch nur froh, wenn das Gespräch, oben angekommen, dann auch wieder beendet ist» führt er lachend aus. «Aber spannend und unterhaltsam ist es immer.»

Unterhaltsam ist auch die Geschichte, wie diese Faszination Skifahren ihren Ursprung nahm. «Mein Vater hat als Lehrer auch Schulskilager geleitet, in die wir Kinder ihn mit unserer Mutter begleiteten. Als ich 5 oder 6 Jahre alt war, kam Peter Müller zu Besuch, weil er ein guter Freund des Turnlehrers war», erinnert er sich zurück. Ein Poster und ein Autogramm später war Dabu, wann immer er auf den Ski stand, Peter Müller. Wollte schnell fahren oder schanzen wie Peter Müller. Das alljährliche Familien-Skilager „Wengenschnee“ wurde zum grossen Highlight des Winters. So sehr, dass er heute noch Teil dieses Skilagers ist. Allerdings nicht bloss als Teilnehmer, sondern als stolzer Organisator. «Es sind drei Wochen, die mir sehr viel geben. Wochen, wo man einfach Spass hat auf der Piste oder im Schnee allgemein und wo das Lager-Leben gross geschrieben wird.» Ein Herzensprojekt also. Und drei Wochen, in denen er weder Dabu noch David Bucher, sondern immer noch einfach Peter Müller ist.

Aber auch drei Wochen, in denen er ausnahmsweise jeden Morgen einen Wecker stellt. «Das muss ich sonst eigentlich nie, ein grosser Luxus in meiner Arbeit als Musiker» so Dabu. Für ihn ist wichtig, dass er sein Leben so leben kann. Wenn er abends um 10 Uhr eine Idee hat, schreibt er bis tief in die Nacht hinein. Komponiert, reimt, textet, musiziert. Und dies immer mit viel Liebe zum Detail, mit grosser Leidenschaft und Tiefgang. Und da wären wir wieder, beim Vergleich mit einem Stöckli-Ski: Wie bei dessen Entwicklung. Nur eben anders.

Mehr Informationen über Dabu Fantastic findest du hier: dabufantastic.ch

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