2023-01-30

Odermatt verblüfft und sein Kumpel feiert Premiere(n)

Nach der Verletzungspause meldet sich Marco Odermatt mit einem Doppelschlag in Cortina zurück und im Europacup fährt sein guter Kumpel Marco Kohler zum ersten Sieg.

Odermatt verblüfft und sein Kumpel feiert Premiere(n)

Es waren nach Kitzbühel zwei unter Skifans und im Ski-Zirkus oft diskutierte Fragen, die letztlich nur einer hätte beantworten können: wird Marco Odermatt rechtzeitig für die Weltmeisterschaften in Courchevel/Meribel (6. Bis 19. Februar) fit? Und wenn ja, wird man in Frankreich einen Odermatt in Höchstform sehen? Der Nidwaldner lieferte die Antworten früher, als man hat erwarten dürfen. Und diese Antworten, gegeben auf der Piste «Olimpia delle Tofane» von Cortina d’Ampezzo, liessen an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig.

Sieg im Super-G vom Samstag, Sieg im Super-G vom Sonntag. Und das Knie? «Das hat gut reagiert. Ich habe keine Probleme», sagte Odermatt am Samstag im Ziel, kurz nachdem er mit seinem Comeback-Sieg alle – auch sich selbst – verblüfft hatte. «Das ist definitiv einer meiner speziellsten Siege. Ich danke meinem Team für die Unterstützung in der letzten Woche. Ich hatte unter der Woche ein kurzes Down und hatte nicht gedacht, dass es reicht fürs Rennen. Dass es so geklappt hat, ist natürlich unglaublich», sagte er im Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Er habe beim Start nicht den üblichen Fokus gehabt und sei beim Fahren auch nicht wie sonst in den Flow gekommen. «Ich habe während der Fahrt sogar an das Knie gedacht. Ich habe dann versucht, Tor für Tor für Tor zu nehmen und so wieder Vertrauen aufzubauen.»

Am Sonntag dann der zweite Streich. Diesmal schon vom Start weg, weil die Gewissheit da war, dass das Knie den Belastungen standhält, mit deutlich mehr Selbstvertrauen. Mit der Cortina-Doublette hat Marco Odermatt den für ihn so wichtigen Beweis erbracht, dass er nach der in Kitzbühel eingefangenen Meniskusquetschung im linken Knie wieder an die Grenzen gehen kann und er mental auf der Höhe ist. Denn Odermatt riskierte wie schon am Samstag auch im zweiten Rennen einiges und nahm der Konkurrenz in gewissen Streckenteilen deutlich Zeit ab. «Ich war auf dem letzten Zacken unterwegs und habe alles riskiert», gab Odermatt im Ziel zu Protokoll. «Das Selbstvertrauen war nach dem Rennen vom Samstag natürlich gross und ich habe schon ab dem ersten Schwung gemerkt, dass es läuft.» Er habe gut besichtigt und an ein, zwei Stellen sei er dann auch taktisch gefahren. Diese Marschroute hat gepasst. Genauso, wie auch das Stöckli-Material, welches zur Schonung des Knies von Servicemann Chris Lödler etwas anders präpariert worden ist.

Nach Cortina ist nun erst einmal etwas Ruhe angesagt bevor Odermatt in Courchevel/Meribel auf Medaillenjagd gehen wird.


Erster EC-Sieg für Marco Kohler, Bestresultat für Nicole Good

Marco Odermatt war aber nicht der einzige Rennfahrer, der in den letzten Tagen mit Stöckli-Material für Furore gesorgt hat. Der Haslitaler Marco Kohler, ein guter Freund von Marco Odermatt, hat am Sonntag in der Europacup-Abfahrt von Orcières Merlette einen 2. Platz erreicht. «Im unteren Teil habe ich die Linie nicht mehr ideal getroffen, sonst war es ganz gut», meinte der 25-Jährige und kündigte an, es am Montag (30. Januar) auf derselben Strecke noch besser machen zu wollen. Gesagt getan, denn am Montag war Kohler schneller als alle andern unterwegs und durfte seinen ersten Sieg im Europacup feiern.

Nicole Good ihrerseits hatte auf die Europacup-Slalom in Vaujany (FRA) verzichtet und stand dafür bei den Weltcup-Slaloms in Spindlermühle (CZE) am Start. Und dort fuhr die Sankt Gallerin auf Platz 12 und damit zu ihrem bisher besten Weltcup-Resultat überhaupt. «Oh ja, die Entscheidung, hier und nicht in Frankreich zu fahren, hat sich auf jeden Fall gelohnt und ausbezahlt. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich heute Ski gefahren bin – es hat so richtig Freude gemacht», strahlte die glückliche Stöckli-Athletin am Samstag.

Auch die Skicrosserinnen und Skicrosser standen am Wochenende bei Europacup-Rennen im Einsatz. Auf der Reiteralm sicherten sich Daniel Bohnacker (GER), Gil Martin (SUI), Daniela Maier (GER) und India Sherret (CAN) Plätze in den grossen Finals. Und von den Rängen 1 bis 4 wurde am Ende jeder einmal belegt: Daniela Maier konnte ihren Final gewinnen, India Sherret sicherte sich einen zweiten Platz, Gil Martin wurde Dritter – nur Daniel Bohnacker landete als Vierter knapp neben dem Podest

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