2021-10-24

Perfekter Auftakt – Marco Odermatt startet mit einem Sieg

Marco Odermatt gewinnt den Saisonauftakt in Sölden, Rasmus Windingstad liefert als Zehnter sein bisher bestes Resultat auf Stöckli-Skiern ab und Andrea Ellenberger holt beim Comeback Punkte. Ein gutes Wochenende für Stöckli.

Perfekter Auftakt – Marco Odermatt startet mit einem Sieg

Von „einem kleinen, aber äusserst feinen“ Team hatte der Stöckli-Rennchef, Beni Matti, vor dem Saisonauftakt in Sölden gesprochen. Und ein Rückblick auf das erste Rennwochenende im alpinen Weltcup gibt Matti recht. Ganz fein war zum Beispiel der Auftritt von Marco Odermatt auf dem Rettenbachgletscher ob Sölden. Auch wenn er im Nachhinein von einer „rüttelnden Piste“ berichten musste, so war er doch am Sonntag der Schnellste aller Fahrer. Mit dem Sieg, seinem fünften im Weltcup, startete der 24 Jahre alte Nidwaldner perfekt in einen Winter, in welchem er nach Platz 2 aus dem Vorjahr den Gewinn der grossen Kristallkugel anvisieren wird.

Dass er nicht nach Sölden gereist war, um dort nach Platz 2 aus dem Vorjahr Fünfter oder Siebenter zu werden, machte Odermatt bereits mit einem starken 1. Lauf deutlich. Mit Platz 3 hinter dem Österreicher Roland Leitinger und Weltmeister Mathieu Faivre schuf sich der Zentralschweizer eine ideale Ausgangslage. Faivre fiel in der Entscheidung zurück und Leitinger musste seine Spitzenposition dem auf dem direkter und von seinem Trainer Helmut Krug ausgeflaggten Kurs schneller fahrenden Odermatt überlassen. Die ersten 100 Weltcup-Punkte hat Odermatt nach dem ersten Rennen schon in der Tasche. „Das ist natürlich ein toller Saisonstart“, sagte er, der den zweiten Lauf wegen der verlorenen Startnummer mit einer handgemalten 7 auf der Brust absolvieren musste. „Im Vorjahr habe ich den Sieg gegen Lucas Braathen nur knapp verpasst. Heute hatte ich das Hundertstelglück auf meiner Seite.“

Mit Rasmus Windingstad stand am Sonntag ein zweiter Stöckli-Fahrer am Start. Und auch dem 27-Jährigen gelang in Österreich ein prima Auftakt in den Olympia-Winter. Es ist etwas her, seit der Norweger in die Top-10 gefahren ist. Nach dem 1. Lauf von Sölden sah es danach aus, als würde ihm das zum Saisonauftakt 2021/22 auch nicht gelingen. Aber in der Entscheidung legte Windingstad eine Fahrt auf die Piste, die zeitlich nur von Landsmann Lucas Braathen unterboten werden konnte. Und dies auch nur dank Windingstads Funksprüchen, die Braathen die taktische Herangehensweise an den zweiten Lauf leicht ändern liessen. „Es macht Spass im norwegischen Team zu sein. Das nächste Mal hilft Braathen dann vielleicht mir“, sagte Windingstad.

Bei den Frauen holte sich am Samstag Andrea Ellenberger in ihrem Comeback-Rennen nach überstandener Kreuzbandverletzung mit Platz 24 die ersten Weltcup-Punkte des Winters. So ganz glücklich war die Hergiswilerin unmittelbar nach dem Rennen aber dennoch nicht. Der Grund: ein Fehler bei der Ausfahrt aus dem Steilhang hat der 28-Jährigen eine wohl noch bessere Platzierung gekostet. „In einer Stunde aber werde ich sicher mega stolz auf meine Leistung sein. Punkte waren nicht mein definiertes Ziel, ich wollte einfach am Start stehen und Freude haben.“

Ohne Punkte und ohne Qualifikation für den 2. Lauf mussten hingegen Jasmina Suter und Vivianne Härri die Heimreise antreten. „Es war nicht zufriedenstellend für mich. Ich war bereit, war gut vorbereitet und konnte nicht das zeigen, was ich eigentlich könnte“, zog die 22 Jahre alte Härri ein leicht enttäuscht klingendes Fazit nach ihrem zweiten Weltcup-Einsatz der Karriere. Sie sei froh, dass sie nun etwas Zeit habe, um sich seriös auf den Start in die Europacup-Saison – dieser erfolgt Ende November in Trysil (NOR) – vorbereiten zu können.

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