2022-01-24

Odermatt wie in Wengen, nur umgekehrt

Und wieder entlockt Marco Odermatt den Schweizer Skifans Jubelschreie und lässt auf der anderen Seite die Konkurrenz im Erstaunt-Modus zurück. Nach dem Podestplatz am Lauberhorn holt sich der Nidwaldner in Kitzbühel die silberne Gams.

Odermatt wie in Wengen, nur umgekehrt

Wenn sich Beat Feuz und Marco Odermatt bei den Besichtigungen der schwierigsten Abfahrtsstrecken der Welt austauschen, möchte so manch einer der Konkurrenten über ein Richtmikrofon verfügen. Denn was der 34-jährige Feuz und der um 10 Jahre jüngere Odermatt gemeinsam aushecken, das hat Hand und Fuss. Respektive Hundertstel- und Zehntelsekunden. „Es tut uns beiden gut“, sagt der Emmentaler Feuz zum Gedankenaustausch mit dem Unbekümmerten. „Es ist schön, dass nicht nur er mit Tipps geben kann und wir beide profitieren“, sagt der Nidwaldner Odermatt über die Wortwechsel mit dem Routinier.

Diese Gespräche haben es in sich und zahlen sich aus. Im am bezüglich Preisgeld bestdotierten Skirennen überhaupt, bei der Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif, holt sich Beat Feuz am Sonntag den Sieg und Marco Odermatt wird nach einer verwegenen Fahrt Zweiter. Beinahe hätte Odermatt für seine unbekümmerte, freche Fahrweise büssen müssen. Nach der Hausbergkante hatte nur wenig gefehlt und die neue Streckenführung wäre dem Nidwaldner zum Verhängnis geworden. "Das war sicher auf dem letzten Zacken", musste Odermatt dann auch zugeben. "Ich bin froh und dankbar, dass ich den inneren Schweinehund überwinden konnte und das Tor dann doch noch erwischt habe. Lieber links am Tor vorbei als mittendurch", meinte Odermatt. Er sei, weil ihn die schlechte Bodensicht etwas irritiert hatte, etwas zu spät hart "draufgestanden". Am Ende fehlten Odermatt 0,21 Sekunden und er hätte ab dem kommenden Sommer seinen Namen nicht nur auf einer Gondel des Titlis Xpress gewusst, sondern er hätte auch in Kitzbühel ein entsprechend angeschriebenes Fortbewegungsmittel gehabt.

Nach dem 2. Rang von Wengen ist Odermatt also auch in Kitzbühel Zweiter geworden. Und doch ist etwas grundlegend anders. In Wengen sicherte sich der Nidwaldner den Podestplatz auf der verkürzten Lauberhorn-Abfahrt und wurde auf der Originalstrecke Vierter. Im österreichischen Nobel-Skiort verpasste er auf der ohne Mausefalle und Steilhang „beschnittenen“ Streif das Podest als Fünfter noch, um sich dann zwei Tage später über die mit sämtlichen Schwierigkeiten gespickte Hahnenkamm-Abfahrt Platz 2 zu sichern.

Einen wichtigen Erfolg darf auch Aline Danioth für sich verbuchen. Um nach ihrer Verletzung und der wegen eines positiv ausgefallenen Coronatests notwenig gewordenen Zwangspause wieder in den Rennrhythmus zu kommen, startete die Urnerin in Meiringen zu zwei Slaloms des Europacups. Vier Läufe, drei Laufbestzeiten, zwei Siege bilden die erfreuliche Ausbeute. “Es ist mega cool, mein erster Sieg in einem Europacup-Slalom“, sagte die Urnerin nach dem ersten Rennen. „Ich habe im technischen Bereich in den letzten Wochen viel gearbeitet und fühle mich mega sicher auf dem Ski, auch wenn die Bedingungen nicht einfach sind.“ Und als ob sie das Gesagte hätte mit Taten bestätigen wollen, gewann sie 24 Stunden später auch das zweite Rennen.

Im Skicross-Weltcup gibt es leider die Verletzungen von Fanny Smith und Sanna Lüdi zu vermelden. Bei beiden Schweizerinnen ist noch nicht klar, wie lange die Pausen dauern werden. Dafür sprang eine Stufe tiefer der Berner Oberländer Luca Lubasch in die Bresche. Der gewann an der Lenk zum ersten Mal ein Europacup-Rennen. „Der Startbereich war eigentlich nicht so meins. Und weil ich dachte, dass auch das Überholen auf der Strecke schwierig sein würde, habe ich mir nicht allzu grosse Chancen ausgerechnet. Aber ich habe offenbar eine wirklich gute Linie gefunden, denn ich habe regelmässig überholen können. Auch im Final war ich an vierter Position und konnte noch auf 1 vorfahren“, freute sich Lubasch. 24 Stunden später schlug dann auch bei ihm das Pech zu. Er stützte sich bei einem Überholmanöver mit der linken Hand etwas zu fest ab und zog sich den Bruch eines Mittelhandknochens zu.

 

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