2019-03-18

Marco Odermatt fährt sich in eine neue Rolle

Die Weltcup-Saison 2018/19 ist mit den technischen Disziplinen in Soldeu abgeschlossen worden. Skihersteller Stöckli darf mit den Leistungen der Top-Athletinnen und -Athleten zufrieden sein, in der zweiten Reihe aber gibt es noch Luft nach oben.

Marco Odermatt fährt sich in eine neue Rolle

Wenn bei Stöckli auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom zurückgeblickt wird, dann stechen mit Viktoria Rebensburg, Aline Danioth und Marco Odermatt drei Leistungsträger heraus. „Diese drei haben uns viel Freude bereitet“, zieht Rennchef Beni Matti ein erstes Fazit. Allen voran hat sich Marco Odermatt in den Vordergrund gefahren und der Nidwaldner wird, da ist sich Matti sicher, nach seinen jüngsten Leistungen im Weltcup-Winter 2019/20 eine neue Rolle innehaben. „Marco hat gezeigt, was er drauf hat. Und seine Entwicklung ist mit 21 Jahren noch nicht abgeschlossen. Er und seine Fahrten werden bestimmt von den arrivierten Konkurrenten jetzt noch genauer angeschaut und analysiert.“ Diese Vermutung des Stöckli-Rennchefs dürfte ziemlich genau zutreffen. Weil Odermatt angriffig, mit einem gewissen Risiko aber nie kopflos seine Rennen bestreitet, verfügt er neben dem unstrittig vorhandenen Talent auch schon über eine grosse Reife und Rennintelligenz. Und dieses Gesamtpaket ist ein Versprechen für die Zukunft.

„Marco ist in der WCSL auf Position 7 und wird also zum Weltcup-Auftakt 2019/20 in Sölden in der ersten Startgruppe sein. Das ist grossartig“, sagt Matti. „Er hat eine Entwicklung gemacht, die über den vor der Saison gehegten Erwartungen liegt. Und das nicht nur im Riesenslalom, auch im Super-G.“ Aufgrund der Top-Resultate in den Monaten Februar und März müsse man schon fast bedauern, dass die Saison nicht noch etwas länger dauere, so Matti. Es habe sich ausbezahlt, dass Stöckli in den Materialsektor für Odermatt auch einiges investiert habe. „Aber dass es schon heuer zu zwei Weltcup-Podestplätzen reicht, das haben wir definitiv nicht erwarten dürfen.“ Dass dadurch auch die Erwartungen von Aussen steigen werden gehöre dazu und sei ein weiterer wichtiger Aspekt in der Entwicklung. „Odermatt selber will ja auch mehr. Und er hat mit Laufbestzeiten gezeigt, dass für ihn auch der Sieg möglich ist.“

Auch Viktoria Rebensburg hat geliefert – sowohl in den Speed-Disziplinen mit einem Sieg und zwei Podestplätzen, wie auch im Riesenslalom mit drei Podestplätzen. „Schade, dass es ihr in dieser Saison nicht zu einem Sieg im Riesenslalom gereicht hat. Dass sie schnelle Schwünge fahren und ganz vorne mitmischen kann, hat sie mehrfach gezeigt“, bilanziert Matti. Rebensburg selber meinte nach den Rennen von Soldeu, dass ihr gerade im Riesenslalom bisweilen „blöde Fehler“ unterlaufen seien und sie deshalb im Kampf um die Kristallkugel nicht ganz habe mitmischen können.

Mit Aline Danioth hat sich im Slalom eine Fahrerin positiv präsentiert, die ihren ersten Winter auf Stöckli-Material bestritten hat. Die 21 Jahre alte Urnerin schliesst die Saison auf Platz 17 der WCSL ab und verpasst damit die Selektion für das höchste Swiss-Ski-Kader (Nationalmannschaft) nur knapp. „Das wäre das Pünktchen auf dem i gewesen. Wenn sie in Soldeu den 2. Lauf ins Ziel gebracht hätte, dann hätte es wohl gereicht.“, bedauert Matti Danioths Ausscheiden im letzten Weltcup-Rennen der Saison. Danioth wird, wie im Riesenslalom neu auch Andrea Ellenberger, eine der auch medial viel beachteten Aufsteigerinnen dieses Winters, den A-Kader-Status haben.

Aufholbedarf ortet Matti bei Danioth noch im Riesenslalom. Und auch in der zweiten Reihe gebe es noch Entwicklungspotenzial. „Bei Jasmina Suter, Carole Bissig oder Nicole Good gab es Licht und Schatten. Es wird eine der Aufgaben sein, dass wir dort eine saubere Analyse machen damit im nächsten Winter das Licht dominiert.“

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